Tagesgeld oder Festgeld: was passt zu Ihnen?
Die Frage ist selten „entweder oder“. Entscheidend ist, wann Sie das Geld wieder brauchen. Danach richtet sich, welcher Teil auf das Tagesgeldkonto gehört und welcher Teil fest angelegt werden kann.
Tagesgeld passt, wenn …
- Sie jederzeit an das Geld kommen möchten,
- Sie eine Rücklage für ungeplante Ausgaben aufbauen,
- Sie noch nicht wissen, wann das Geld gebraucht wird,
- Sie auf steigende Zinsen reagieren möchten.
Festgeld passt, wenn …
- Sie das Geld für einen klaren Zeitraum nicht brauchen,
- Sie sich einen Zinssatz sichern möchten,
- Sie mit festen Erträgen planen wollen,
- Sie Ihre Notfallrücklage bereits an anderer Stelle haben.
Die Unterschiede im Detail
| Frage | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Komme ich sofort an mein Geld? | Ja | In der Regel nein |
| Kann sich der Zins ändern? | Ja, jederzeit | Nein, nicht während der Laufzeit |
| Profitiere ich von steigenden Zinsen? | Ja, wenn die Bank anhebt | Erst bei der nächsten Anlage |
| Bin ich gegen fallende Zinsen geschützt? | Nein | Ja, für die Laufzeit |
| Kann ich weitere Beträge einzahlen? | Ja | Meist nein |
| Wie ist das Geld geschützt? | Gesetzlich bis 100.000 Euro je Person und Bank | |
| Wie werden die Zinsen versteuert? | Als Kapitalerträge mit Abgeltungsteuer | |
Die Kombination: ein Beispiel
Viele Sparer fahren gut damit, beides zu nutzen. Nehmen wir an, jemand hat 30.000 Euro und monatliche Ausgaben von 2.000 Euro:
- Rücklage aufs Tagesgeldkonto: 10.000 Euro, das entspricht fünf Monatsausgaben.
- Geplante Ausgaben passend anlegen: 5.000 Euro für eine Anschaffung in einem Jahr als einjähriges Festgeld.
- Den Rest gestaffelt anlegen: 15.000 Euro in einer Zinstreppe über mehrere Jahre.
Das Beispiel soll das Prinzip zeigen und ist keine Empfehlung für Ihre persönliche Situation.
So vergleichen Sie Angebote
Schauen Sie nicht nur auf die höchste Zahl. Vergleichen Sie, wie lange der Zins gilt, bis zu welchem Betrag er gezahlt wird und welche Einlagensicherung greift. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass kommerzielle Vergleichsportale oft Provisionen erhalten und damit nicht unabhängig sind. Filter für die deutsche Einlagensicherung und gegen befristete Neukundenangebote helfen bei der Einordnung.